Shanghai, Tag 3
Kann man nach China reisen ohne vom chinesischen Essen zu berichten? Klar, da kann ja jeder mitreden.
Denkste, Puppe. Chinesisches Essen schmeckt nur am Rande so, wie man es aus den mitteleuropäisch-chinesischen Restaurants kennt. In dem ganzen Laden – und davor – liegt ein (übrigens meistens ähnlicher) Geruch, der einen Hierzulande rückwärts wieder hinausgehen lässt. Hier gehört diese Geruch, den ich einfach nicht beschreiben kann, einfach dazu. Keine Ahnung, welches Gewürz das ist, aber es passt einfach.
Wenn der Chinese Essen geht, ist das Aussuchen der Speisen schon ein Erlebnis für sich und zieht sich über einige Zeit hin. In solchen Restaurants, die auch öfters mit ausländischen Gästen zu tun haben, ist auf der Karte neben der englischen Beschreibung auch immer ein hilfreiches Bildchen abgebildet, das bei der Auswahl hilft. Die Karte umfasst 15+ Seiten mit jeweils >12 solcher kleinen “Dishes”, die es in kalt und warm gibt. Daraus sucht man sich dann das gewünschte aus: Einmal Dies, einmal Das, einmal Jenes, drauf zeigen reicht völlig, die Kellner verstehen das schon,
Binnen Minuten kommen die ersten beiden teller und man kann anfangen. Nach und nach kommen die weiteren Schalen und Teller und Körbe dazu und es geht weiter.

Eine besondere Aktion erlebt man bei der Peking-Ente. Die wird als ganzer Vogel geliefert und am Tisch zerlegt und auf drei Tellerchen serviert: Nur die krosse und fetter Haut, dann nur das Fleisch und auf dem dritten so der Rest gemischt. Dazu gibt es eine Art kleiner dünner Pfannkuchen (sehr sättigend) und ein Schale mit einem mir unbekannten Gemüse und einer sehr gut schmeckenden Sojasauce. Und los gehts…
Wie man merkt, waren wir heute abend lecker essen. Glücklicherweise habe ich mit meinem Kollegen Manfred einen Shanghaikenner dabei, der vor einigen Jahren hier mal 6 Monate gelebt und gearbeitet und und in seinem Leben in Summe ca. 2 Jahre in China verbracht hat. Wir sind mit einem Taxi nach Fuxing auf die anderen Seite des Flusses gefahren und in ein Restaurant gegangen, das man als normaler Ausländer kaum findet. Die beschriebenen Köstlichkeiten gibts im 4. Stock (man fängt in China bei 1 im Erdgeschoß an zu zählen).
Gezahlt wird übrigens immer der ganze Tisch, ein Aufteilen (“das hatte ich, das warst Du”) gibt es nicht, das muss man schon selbst machen. Macht aber auch Sinn, da man ja auch von Allem etwas isst, ein “persönliches Essen”, wie bei uns üblich, gibt es nicht.
Danach ging es zu Fuss zum Jinjang Tower, der im 42.Stock ein Restaurant hat, das sich langsam aber sicher um die eigene Achse dreht – der Boden bewegt sich. Der Aufzug ist aussen am Gebäude angebracht und bietet einen genialen Ausblick über die erleuchtete Stadt. Zum Schluss ging es dann wieder im Taxi mit einem Umweg über die Nanpu Bridge zurück zum Hotel.

Die Taxis in der Stadt sind übrigens zu 100% Volkswagen Santana, eine Auto, das die meisten Deutschen nur noch aus Erzählungen der Altvorderen kennen. Das Ding wird seit x Jahren hier vor Ort gebaut und für den lokalen Markt stetig weiterentwickelt, allerdings nur ganz vorsichtig, die alte Form ist immer noch deutlich zu erkennen. Diese Versionen heissen mittlerweile Santana 2000 oder 3000.

Zum Schluss noch ein Bild zum Thema “Arbeitssicherheit pur”, gesehen heute nachmittag auf der Rückfahrt von der Firma zum Hotel:

Kommentare(0)