Shanghai, Tag 4
Die Chinesen sind zugleich ein großes und ein kleines Volk. Groß, weil es mehr als 1,3 Mrd. sind, klein, weil ich nur wenige gesehen, die so groß sind wie ein durchschnittlicher Westler. Den meisten konnte ich zumindest bequem auf die Schulter, manchn auch auf den Kopf schauen.
Dicke Chinesen gibt es kaum, lediglich die Mc Donald-Kinder sind etwas fülliger, aber das sind sie bei uns ja auch. Ich habe so den Eindruck, von richtigem chinesischen Essen kann man kaum so richtig zunehmen, zumindest nicht, wenn man daran gewohnt ist.
Hässliche Frauen habe ich nicht gesehen – zumindest nicht in dem Alter, bei dem man sich umdreht, wenn sie vorbeigehen. Sie sind immer gut angezogen, auch abends beim Essen oder Spezierengehen sieht man sie im (Mini-) Rock und High Heels, das sieht man bei uns nicht mal Tagsüber. Im Berufsleben sind sie augenscheinlich gleichberechtigt, bei CCV arbeiten viele Frauen, auch in verantwortungsvollen Positionen, im Einkauf oder in technischen Berufen. In der Produktion habe ich sie nicht gesehen, aber da sieht man sie auch bei uns im Werk nicht überall, was aber klar wird, wenn man weiss, das bei uns größere Mengen Stahl teilweise manuell bewegt werden.
Heute Abend stand ein Abendessen mit dem General Manager des Werks, der Einkaufsleiterin und dem Qualitätsverantwortlichen auf dem Plan. Nur ein paar Kilometer von der Firma entfernt in Fenxiang waren wir in einem Separee in einem der vielen Restaurants dort. Separees sind dort üblich und werden von Gruppen, die ihre Ruhe habe wollen, gerne gebucht. Der Laden heute bestand nur aus solchen Räumen, die alle im ersten Stock liegen. Im Erdgeschoss ist die Küche. Neben einem ganzen Regal mit Schildern zur Auswahl des Essens gab es diesmal auch eines mit Beispieltellern, direkt zum Ansehen.
In China gibt es Servicepersonal in rauhen Mengen, 1,3 MRd Leute wollen schliesslich beschäftigt werden. Hier im Hotel greift sich bei der Ankunft ein Boy den Koffer und begleitet den Gast aufs Zimmer (und versucht gleich noch, eine Sim-Karte zu verkaufen). Beim Abendessen heute abend standen 5 Mädchen am Empfang, eine führte uns dann zur Treppe und zeigte und den Weg nach oben. Dort wurden wir dann von der Nächsten erwartet und zum Tisch geführt. Zu Beginn war eine Bedienung die ganze Zeit im Raum, bis alle Teller serviert waren. In anderen Häusern hat man gefühlt eine Bedienung pro Tisch und obendrauf noch einen Haufen Leute, die andauernd saubermachen – einer mit einem Handfeger zum Aufsammeln der Kippen und hinterher einer mit einem Feudel zum Aufwischen. Somit sind die von westlichen Besucher frequentierten Läden immer top sauber. Sobald man aber die Hauptstrasse verlässt (z.B. hier beim Hotel), wird es gleich schmutzig auf der Strasse.
Morgen gehts leider wieder nach Hause. Ich freue mich zwar wieder auf die Hunde, aber ein oder zwei Tage mehr wären auch nicht schlecht. Mal sehen, nächstes Jahr ist die Expo in Shanghai, die Stadt bereitet sich gerade massiv darauf vor, vielleicht kann man da ja was machen. Sooooo teuer sind die Flüge ja gerade auch nicht.
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